Kann man mit Schlittenhunden Fahrrad fahren?

Diese Art Sport mit seinem Schlittenhund kommt den ursprünglichen Aufgaben der Schlittenhunde schon recht nahe. Dabei können sowohl ein als auch zwei Hunde vor dem Fahrrad bewegt werden. Es gibt auch wagemutige Menschen, die es mit 3 oder 4 Hunden versuchen, was in unseren Augen nicht unbedingt empfehlenswert ist. Da die Hunde hier richtig ziehen können und auch sollten, ist die richtige Ausrüstung noch wichtiger, als beim Joggen oder Spazieren gehen. Der Hund sollte in jedem Fall ein gut passendes Zuggeschirr tragen. Für die Verbindung mit dem Fahrrad oder Fahrer ist unbedingt eine Leine mit integriertem Ruckdämpfer zu empfehlen, um die Wirbelsäule des Hundes vor allzu starken Ruckbelastungen zu schonen. Für die Verbindung mit 2 Hunden gibt es ein sogenanntes Koppelelement, welches zwischen Zugleine und Hunde geklinkt wird. Die Hunde können dann zusätzlich noch mit einer kurzen Neckleine, die an den beiden Halsbändern der Hunde befestigt wird, dazu bewegt werden, direkt nebeneinander zu laufen und nicht aufzufächern. Auf gar keinen Fall sollte man die Leine an der Hand behalten oder direkt am Lenker befestigen (Sturzgefahr). Immerhin können bei dieser Art der Bewegung Geschwindigkeiten von deutlich über 30km/h erreicht werden und ein Sturz bei diesen Geschwindigkeiten ist nicht empfehlenswert. Wie bereits erwähnt gibt es die Möglichkeit, die Leine entweder am Fahrrad oder am Fahrer zu befestigen. Soll die Leine am Fahrer befestigt werden, kann hier der Bauchgurt oder auch ein Brustgurt (ähnlich den Klettergurten) verwendet werden. Dabei muss man jedoch sehr genau aufpassen, dass sich die Zugleine nicht im Vorderrad des Fahrrades verfängt. Viele wählen daher eine Befestigung am Fahrrad, denn hierfür gibt es spezielle Anbindevorrichtungen, welche an der Lenkstangenführung befestigt werden (KEIN SPRINGER!! denn bei diesem läuft der Hund ja neben dem Fahrrad). Diese beinhalten eine Leinenführung aus Federstahl, welche die Leine auf Abstand zum Vorderrad hält und das Risiko verringert, dass sich die Leine im Vorderrad verfängt. Nachteil dieses Verfahrens ist, dass, wenn man nicht aufpasst, einem bei einem kurzen Stopp ohne Absteigen vom Rad bei plötzlichem Loslaufen der Hunde der Fahrradsattel einen blauen Fleck auf dem Hinterteil beschert. Daher sollten die Hunde, neben den nötigen Kommandos für rechts und links, auch ein Stopp-Kommando kennen. Weiterhin ist es auch ratsam, das Fahrrad bei Befestigung der Leine an demselben immer hinzulegen, wenn man anhält. Sollten die Hunde aus irgendeinem Grund plötzlich loslaufen, versetzt sie ein umfallendes Fahrrad u.U. zusätzlich in Panik. Bei einem Sturz wiederum ist es gegenüber der Befestigung am Fahrer oft sinnvoll, dass die Hunde das Fahrrad wegziehen und damit aus der "Gefahrenzone" für den Menschen schaffen. Welche Variante am Besten geeignet ist, ist individuell unterschiedlich. Wer die Möglichkeit hat beides auszuprobieren, sollte dies tun und sich dann für das aus seiner Sicht bessere Verfahren entscheiden. Anstatt eines Fahrrades kann auch ein spezieller Roller verwendet werden. Auch wenn sich dies alles etwas gefährlich anhört: Nur Mut! Es macht der "Pelznase" wie dem Mensch einen Riesen Spaß!